01.02.Gemeinschaftsschule
Ein weiteres Thema, dass ich anreißen möchte ist die Gemeinschaftsschule. Hierzu wurde viel in den letzten Wochen geschrieben, gestritten und polemisiert. Sätze wie “Gemeinschaftsschule = Einheitsschule“ oder „Gemeinschaftsschule führt zum Verfall unserer Bildungslandschaft“ waren nur einige Aussagen, die zu Verunsicherungen führten. Mitte Januar war ich in Külsheim bei Tauberbischofsheim und habe dort eine der zukünftigen Gemeinschaftsschulen besucht. Für mich war es wirklich sehr beeindruckend zu sehen wie einfach und gleichzeitig erfolgreich Schule anders gestaltet werden kann.
Ich bin davon überzeugt, dass mit der Einführung der Gemeinschaftsschule die Chance geschaffen wurde, das Bildungsangebot in unserem Land mit einem zusätzlichen Angebot zu erweitern und Schulstandorte langfristig zu stärken. Gemeinschaftsschule bedeutet eine neue Lehr- und Lernkultur. In der Gemeinschaftsschule erhält jedes Kind ein individualisiertes Lernangebot, es wird in seinen Stärken gefordert und in seinen Schwächen gefördert. Gemeinschaftsschulen bieten alle Bildungsstandards der allgemein bildenden Schularten (Hauptschule/Werkrealschule, Realschule, Gymnasium) an. Alle Schülerinnen und Schüler sollen in der Gemeinschaftsschule den individuell besten Bildungserfolg erreichen können. Mit dieser neuen Schulform bleiben den Kindern alle Bildungswege offen und ermöglicht ein schülerorientiertes, qualifiziertes und wohnortnahes Bildungsangebot. Gemeinschaftsschulen sind aber auch inklusive Schulen und beziehen Kinder mit Behinderungen selbstverständlich in die individuelle Förderung mit ein. Um dem hohen Anspruch einer Gemeinschaftsschule aber auch leisten zu können, geben wir den Schulen die notwendigen Ressourcen für den guten Start an die Hand. So schaffen wir beispielsweise sechs zusätzliche Lehrerwochenstunden in der ersten drei Jahren und statten sie so aus, dass sie ihre Aufgabe erfüllen können.
Die Einführung von Gemeinschaftsschulen ist ein Entwicklungsprozess, an dem alle Bürgerinnen und Bürger vor Ort in den Gemeinden beteiligt werden sollen. Mitte Januar hat das Kultusministerium 34 Modellschulen aus allen vier Regierungspräsidien bekannt gegeben, die im September 2012 an den Start gehen.
Leider konnte sich in unserer Region noch keine Schule dafür entscheiden diesen Weg einzuschlagen, aber sollte sich eine Schule dieser Herausforderung stellen wollen, werde ich selbstverständlich alle Bestrebungen intensiv unterstützen und gerne begleiten.





