Ein Abend für 4 Gitarren und fünf Stimmen – Die KulTOUR von Kai Schmidt-Eisenlohr MdL gastierte in Nußloch

22.02.2016

kai-schmidt-eisenlohr_kultour_IMG_3823Nach dem überaus erfolgreichen Start der KulTOUR von Dr. Kai Schmidt-Eisenlohr in Sandhausen stand eine Woche später der zweite Event in Nußloch auf dem Programm. Im Saal der Gemeindebücherei trafen sich viele Interessierte, um zu sehen, wen der Abgeordnete diesmal mitgebracht hatte und sie wurden nicht enttäuscht.

Da hätte es die Ermahnung der Scones „oh bleibt bloß do“ wirklich nicht gebraucht, denn zum Gehen war bis zum Schluss niemandem zumute. Die Zweimannband aus Wiesloch und Walldorf machte nach einigen einführenden Worten von Kai Schmidt-Eisenlohr den Anfang. Mit ihren Liedern aus den 60ern und 70ern, die teilweise auf Englisch, teilweise auf kurpfälzisch gesungen werden, bieten sie eine einmalige Kombination. Ob Elvis, Beatles oder Led Zeppelin, bei jedem Song regen sich alte Erinnerungen und in der nächsten Strophe wird man mit teils lustigen, teils sehr sozialkritischen deutschen Texten wieder in die Realität von heute zurückgeholt. Etwa wenn aus den „Streets of London“ der Walldorfer Edeka als Treffpunkt der Obdachlosen wird. Oder wenn zur Melodie von Hymn vor den falschen Propheten gewarnt wird, die auch heute wieder als politische Rattenfänger unterwegs sind.

„Man wird der der man ist, auch durch die Menschen, die um einen herum sind“, führte Kai Schmidt-Eisenlohr den nächsten Künstler ein. Denn ihn kennt er schon seit Jahren und freute sich daher ganz besonders, Alexander Rajcsanyi, einen Literaten aus Sandhausen, begrüßen zu können. Der ehemalige Lehrer schreibt vor allem Gedichte, begann diesmal aber mit einer Geschichte vom „nachtschwarzen Plattensee“, der sich in der Erzählung eher als sonnendurchflutet herausstellte. Es folgten sehr gekonnt vorgetragene Gedichte, die das breite Spektrum seiner Themen abdeckten. Natürlich kam auch hier die aktuelle Politik nicht zu kurz, in „Der neue Mensch“ ging es etwa um Waffenexporte und TTIP. Aber auch Liebesgedichte wie „In inniger Umarmung“ waren dabei.

„Die Stimmung ist rauer geworden, auch im Landtag“, erklärte Dr. Schmidt-Eisenlohr nach der Pause. „Wir sind ein weltoffenes Land und sowohl aus menschlichen, als auch aus ökonomischen Interessen müssen wir das auch bleiben.“ Seinen eigenen Beitrag begann er mit dem Lied von Alex Diehl „Nur ein Land“, das sich mit der Flüchtlingsproblematik auseinander setzt und ließ dem ein eigenes folgen, das er in den 90er Jahren geschrieben hat und eigentlich hoffte, nie mehr spielen zu müssen – „Unter uns“ ein eindringlicher Appell an die Menschlichkeit. Auch Schule, Beziehung oder die Liebe zum Auto thematisiert er in seinen selbst geschriebenen Liedern. Im „Blindenhund“ schließlich verarbeitete er seine Erfahrungen aus den ersten fünf Jahren als Abgeordneter.

Als Höhepunkt des Abends gab es eine Weltpremiere. Die Scones kamen noch einmal auf die Bühne, diesmal begleitet von der Wieslocherin Kristina Junker – ein ganz besonderes Erlebnis. Sofort nahm ihre eindringliche Stimme den Saal in Beschlag und der Mangel an gemeinsamen Proben war für das Publikum nicht zu spüren. Gänsehautstimmung kam beim zweiten Lied auf, als die Sängerin für „Fields of Gold“ auch selbst zur Gitarre griff. Klassiker von Niel Diamond, Bob Dylan, Bob Marley wurden hervorragend interpretiert. Am Schluss stieg auch Kai Schmidt-Eisenlohr wieder mit ein, als mit großer Unterstützung aus dem Publikum „Let it be“ gesungen wurde. Und dann hatten sich die Scones noch etwas ganz Besonderes einfallen lassen, eine musikalische Wahlempfehlung mit dem Refrain: „Wählt bloß alle unsern Kai“. Wer an diesem Abend dabei war muss nicht zweimal überlegen.